AyaKambo Projekt — Anerkennung der Hüter
AyaKambo erkennt die Huni Kuin, Katukina, Kaxinawá und weitere indigene Völker des westlichen Amazonasgebiets als die ursprünglichen Hüter jener Froschmedizin-Traditionen an, die später unter der Bezeichnung Kambô auch außerhalb ihrer Territorien bekannt wurden. Ihre über Generationen überlieferten Praktiken, eingebettet in Jagdmagie, Kosmologie und ein tiefes Wissen um den Wald, bilden den Ursprung dessen, was später seinen Weg in die westliche Welt fand.
Ich bin Armin Xamon, der Gründer von AyaKambo, dem ersten offiziellen Projekt im deutschsprachigen Raum, das die Arbeit mit dieser Medizin ausdrücklich in ihrem traditionellen Kontext seit 2012 vermittelte und sich bereits damals um eine klare Abgrenzung gegenüber aufkommenden Verfälschungen bemühte. Aus diesem Projekt entwickelte sich später eine breiter angelegte Initiative mit dem Anliegen, die Integrität traditioneller Pflanzenmedizin verschiedener indigener Kulturen zu wahren und fundiertes, recherchiertes Wissen zugänglich zu machen. In diesem Zusammenhang entstanden auch einige der ersten ausführlichen deutschsprachigen Texte über Kambô, auf Grundlage eigener Praxis, Recherche und der Auseinandersetzung mit seinen kulturellen Ursprüngen.
Meine eigene Arbeit in diesem Feld war von genauer Beobachtung und kritischem Unterscheidungsvermögen geprägt. Mit der Zeit wurde immer deutlicher, wie weit sich zahlreiche zeitgenössische Interpretationen – insbesondere innerhalb der westlichen Wellness- und Spiritualitätsszene – von Zweck, Kontext und Herkunft dieser Traditionen entfernt hatten. Als die Folgen dieser Entwicklung sichtbar wurden, entschied ich mich, meine damalige Arbeit zu beenden und den historischen und kulturellen Zusammenhang zu klären, anstatt Narrative weiterzutragen, die weder sachlich haltbar noch der Herkunft dieser Praxis angemessen waren.
AyaKambo versteht diese Anerkennung daher als eine sachliche Feststellung:
Die Autorität über Ursprung, Bedeutung und kulturellen Kontext dieser Praktiken liegt bei den indigenen Völkern, aus deren Traditionen sie hervorgegangen sind. Jede ernsthafte Auseinandersetzung mit ihnen muss mit der Anerkennung dieser Hüterschaft beginnen – nicht mit ihrer westlichen Neuinterpretation.
In diesem Sinne orientiert sich diese Erklärung am Grundgedanken des australischen Acknowledgement of Country: zuerst anzuerkennen, wem ein Wissen, eine Tradition und ihre kulturelle Autorität ursprünglich zukommen, bevor man selbst darüber spricht.
AYAKAMBO.COM wurde neu ins Leben gerufen, um diese Herkunft sichtbar zu machen, den historischen Bestand zu dokumentieren und zugleich Licht auf jene problematischen Praktiken zu werfen, die sich im westlichen Wellness- und Spiritualitätsmarkt entwickelt haben – von selbsternannten Gurus und „Energy Workern“ über „Space Holder“ bis hin zu pseudotherapeutischen und pseudoschamanischen Angeboten, deren Methoden und Behauptungen mit den Traditionen, auf die sie sich berufen, oftmals nur noch wenig gemein haben.
Von hier aus verfolgt das AyaKambo Projekt ein klares Anliegen:
Klarheit wiederherzustellen, wo Verfälschung an ihre Stelle getreten ist.
