XAMONUS
THE WORK
DER URSPRUNG VON XAMONUS
Im Januar 2008 veränderte ein außerkörperliches Nahtoderlebnis bei einem schweren Autounfall mein Verhältnis zu Wahrnehmung und Wirklichkeit grundlegend und wurde zum Ausgangspunkt einer langen, nach Einordnung suchenden Auseinandersetzung mit dieser Erfahrung. Nach Jahren künstlerisch-dokumentarischer Tätigkeit als Fotograf und Performance Artist begann ich, meine Kunstpraxis über die Fotografie und Performance hinaus in rituelle Formate und transpersonale Forschung zu erweitern und wurde zum Forschungskünstler.
Daraus entwickelten sich neue Sichtweisen innerhalb einer intensiven Arbeit mit schamanischen Pflanzenmedizin-Traditionen und einer Folge persönlicher initiatorischer Erfahrungen. Zudem wurde der Soothsayer — so nenne ich den Geist der orientalischen Harmal-Pflanze — zu einem meiner stärksten spirituellen Allies. Über die Jahre erhielt ich in einem eigens dafür entwickelten Initiationsprozess-Format wiederholt Führung, während sich das Feld, in dem ich arbeitete, zunehmend verdichtete und eine eigene Sprache entwickelte.
XAMONUS wuchs aus dieser rituellen Praxis heran und wurde 2020 schließlich zum Namen und Synonym für diese gewachsene Ordnung: ein initiatorisches Feld, in dem Erfahrung in Bedeutung, Bedeutung in Form und Form in Werden überführt wird. Erst später erhielt eine bestimmte Funktion darin einen klareren Ausdruck, als ich 2023 einem salvadorianischen Hablador begegnete — einem rituellen Sprecher und Vermittler, der transformative Wege öffnet und zeremoniell bedingter Erfahrung sprachlich Form gibt. Er bestätigte meine Adaption der Velada (das mazatekische Nachtritual) und bestärkte mich darin, diese Kunst innerhalb meines eigenen Kulturkreises weiterzuentwickeln. Aus dieser Begegnung heraus begann ich, die Funktion des Hablador in meine eigene Arbeit zu integrieren und daraus jene Praxis des formgebenden Sprechens zu entwickeln, die ich heute The Uttering nenne.
XAMONUS steht heute für eine initiatorische Ordnung, die sich aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre herausgebildet hat. Was über lange Zeit in einzelnen Ereignissen, Praktiken und Erkenntnissen Gestalt annahm, ist heute als klare okkulte Architektur erkennbar. Sie verbindet die verschiedenen Bereiche meiner Arbeit miteinander und bildet zugleich den Rahmen für das, was sich daraus künftig noch entwickeln wird.
Die Arbeit mit dem Initiationsfeld von XAMONUS lädt ein, sich aus der halbgaren Patchwork-Suche nach Einheit, Heilung und Erleuchtung herauszulösen und stattdessen in den eigenen Abgrund einzutreten — um zu entdecken, was bleibt, wenn geliehene Antworten, genormte Identitäten und spirituelle "Gewissheiten" keinen Halt mehr geben.