XAMONUS
ORDO INITIATORIUS
Der Ursprung von XAMONUS
Im Januar 2008 veränderte ein außerkörperliches Nahtoderlebnis bei einem schweren Autounfall mein Verhältnis zu Wahrnehmung und Wirklichkeit grundlegend und wurde zum Ausgangspunkt einer langen, nach Einordnung suchenden Auseinandersetzung mit dieser Erfahrung. Nach Jahren künstlerisch-dokumentarischer Tätigkeit als Fotograf und Performance Artist begann ich, meine Kunstpraxis über die Fotografie und Performance hinaus in rituelle Formate und transpersonale Forschung zu erweitern und wurde zum Forschungskünstler.
Daraus entwickelten sich neue Sichtweisen innerhalb einer intensiven Arbeit mit schamanischen Pflanzenmedizin-Traditionen und einer Folge persönlicher initiatorischer Erfahrungen. Zudem wurde der Soothsayer — so nenne ich den Geist der orientalischen Harmal-Pflanze — zu einem meiner stärksten spirituellen Allies. Über die Jahre erhielt ich in einem eigens dafür entwickelten Initiationsprozess-Format wiederholt Führung, während sich das Feld, in dem ich arbeitete, zunehmend verdichtete und eine eigene Sprache entwickelte.
XAMONUS wuchs aus dieser rituellen Praxis heran und wurde 2020 schließlich zum Namen und Synonym für diese initiatorische Ordnung. Was über lange Zeit in einzelnen Ereignissen, Praktiken und Erkenntnissen Gestalt annahm, ist heute als klare okkulte Architektur erkennbar. Sie verbindet die verschiedenen Bereiche meiner Arbeit miteinander und bildet zugleich den Rahmen für das, was sich daraus noch entwickeln wird.
Die darauf folgende Initiation in die Funktion des Hablador führte zu einer fortlaufenden Erforschung archaischer Formen des Sehers, Dichters und inspirierten Sprechers (bis hin zur Figur des Mad Poet im literarischen Kosmos H. P. Lovecrafts). Einen weiteren transzendierenden Ausdruck findet meine Arbeit im Whirling (inspiriert vom Sema der Sufisten), im spirituellen Trockenfasten sowie in partizipativen Begegnungen zwischen Mensch, Tier und Natur.
Hinzu kommt die langjährige Auseinandersetzung mit den dunklen Künsten und okkulten Traditionen unserer Äonen — jenen ekstatischen und magischen Strömungen, durch die einzelne Menschen seit jeher den Mut fanden, die Begegnung mit dem Unsichtbaren und Mythischen zu suchen.